Johann Wolfgang von Goethe

Goethe legt ein kreisförmiges Diagramm vor, in dem sich die drei Primärfarben Rot Blau Gelb mit den drei Sekundärfarben Orange Violett Grün abwechseln. Rot nimmt die höchste und Grün die niedrigste Stelle im Kreis ein. Der Halbkreis von Grün über Gelb nach Rot heißt die «Plus-Seite» und sein Gegenstück die «Minus-Seite» (Abb. historisches System). Goethe versucht, das System von Newton zu überwinden. Mit der Einsicht in die sinnlich-sittliche Wirkung der Farben kommt Goethe seinem anfänglichen Ziel näher, nämlich die ästhetische Seite aus dem Durcheinander zur Ordnung zu führen. Er begreift ein Kolorit in den Kategorien des Mächtigen, des Sanften und des Glänzenden und stellt entsprechend eine Konzeption auf. (Ausführlicher Text)


Datierung: Goethe beschäftigt sich mit den Problemen der Farbe seit 1791. Seine Schrift «Zur Farbenlehre» erscheint 1810.

Herkunft: Deutschland

Grundfarben: Gelb, Blau und Rot [Purpur]

Form: Kreis

Referenzsysteme: AguiloniusWallerNewtonRungeChevreulBezold

Literatur: J. W. von Goethe, «Zur Farbenlehre», Tübingen 1810; J. W. von Goethe, «Geschichte der Farbenlehre», Erster und zweiter Teil, München 1963; J. W. von Goethe, «Zur Farbenlehre», didaktischer Teil, München 1963; W. Heisenberg, «Die Goethesche und die Newtonsche Farbenlehre im Lichte der modernen Physik», in: Gesammelte Werke, Band CI, München 1984, S. 146-160; John Gage, «Kulturgeschichte der Farbe: von der Antike bis zur Gegenwart», Ravensburg: Maier, 1994, Seiten 201 bis 205.