Chinesische Tradition

In der Tradition Chinas gibt es kein Farbsystem in dem Sinne, wie es ein westliches Lexikon definieren würde. Als man in der westlichen Welt zum Beispiel Aristoteles versuchte, eine Harmonie der Farben zu finden, bemühten sich auch die Chinesen um ähnliche Interpretationen. Sie orientierten sich dabei vom vierten bis zum zweiten Jahrhundert vor Christus an der pentatonischen Skala, die in ihrer Musik vorherrschte, und in Analogie dazu nahmen sie an, daß sich die Gesamtheit der Farbenharmonie aus fünf Grundfarben ergibt: die vier Himmelsrichtungen liegen zum einen durch das Rot im Süden fest, das für den Sommer und das Federvieh steht. Das Grün liegt im Osten und steht für den Frühling, das Holz und den Drachen, das Schwarz gehört zum Norden und steht für den Winter, das Wasser und die Schildkröte, und das Weiß befindet sich im Westen und repräsentiert den Herbst und den Tiger. Das Gelb nimmt eine besondere Stellung ein und wird entsprechend ausführlicher diskutiert. (Ausführlicher Text)


Datierung: unbestimmt

Literatur: J. Needham, «Science and Civilisation in China», Cambridge University Press; Collin A. Ronan, «The shorter Science and Civilisation in China», Cambridge University Press, ab 1978; Institut für Geschichte der Naturwissenschaften der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, «Wissenschaft und Technik im alten China», Birkhäuser, Basel 1989.